Morgner, Biedermann, Kozik, Ranft
Leussow Koffer Objekt

Kofferobjekt zum Pleinair in Leussow 1977, Ausgabe B, nummeriert als Nr. 4

  • 4 Reagenzgläser mit Resten der nach dem Pleinair verbrannten Installationen
  • 24 Original-Fotos mit Dokumentionen der Aktion, der Künstler und der Objekte
  • 4 Negative bzw. Fotos auf Folie
  • 4 Originalgrafiken
  • 1 von den beteiligten Künstlern handsigniertes und num. Deckblatt auf Fotopapier mit zwei weiteren Fotos
  • signiert von Michael Morgner, Wolfgang E. Biedermann. Gregor -Torsten Schade (Kozik) sowie Thomas Ranft
  • Provenienz: Bibliothek von Gerhard Altenbourg
    sehr selten


-verkauft- 



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Informationen zur Entstehung 

Das Pleinair fand 1977in Leussow statt, die Ergebnisse und Dokumentationen dazu wurden von der Galerie Arkade in Form des berühmten "Leussow Recycling" Koffers herausgegeben, dieser enthält Originalgrafiken, Fotos und ein Multiple aus vier Reagenzgläsern mit der Asche verbrannter Installationen.
Der Koffer wurde noch 11 Jahre später auf dem IX. Kongress des Verbandes Bildender Künstler der DDR von Willi Sitte als Beispiel für einen ungehörigen Kunstbegriff jenseits "irgendwelcher künstlerischer Kriterien" bezeichnet. Das Pleinair sowie alle damit verbundenen Aktivitäten wurden von Anfang an vom Fotografen Ralf-Rainer Wasse dokumentiert der, wie sich später herausstellte, für die Staatssicherheit tätig war.

Autonome Kunst in der DDR
Noch lange nach dem Zusammenbruch der DDR Machtstrukturen 1989 konnte sich das Bild aufrecht erhalten, es hätte in der Kunst nur den Sozialistischen Realismus als Stilrichtung gegeben. Nicht ohne Grund ist dieses Bild entstanden. Die Partei-Kulturpolitik hat die Kunst gezielt zur Vermittlung staatlicher Positionen eingesetzt. Alles abseits davon, seien es abstrakte Positionen oder eine nicht "linientreue" Formensprache wurde schnell als formalistisch diskreditiert. Gefolgt von teils massiven Sanktionen wurden non-konforme Künstler aus dem breiten, der Öffentlichkeit zugänglichen Kultursektor ausgegrenzt. Neben der staatlich kontrollierten Kunst-und Kulturszene existierten aber immer auch autonome künstlerische Positionen. Individuelle und eigensinnige Standpunkte und Kunstäußerungen, innovative und unangepasste Akteure trugen zu einer künstlerischen Vielfalt der Kunstszene Ostdeutschlands bei. Wenn
 auch oftmals bedingt durch die staatlichen Sanktionen und Restriktionen nicht breit nach Außen sichtbar. Solche auch leider heute noch zum Teil wenig bekannte Positionen haben entscheidend zu einem breiten Spektrum individueller Kunst beigetragen und gewinnen zurecht zunehmend gebührende nationale wie internationale Beachtung. In wachsendem Maße widmen sich auch Forschungsprojekte und Bildungseinrichtungen der Thematik. Eine ständig zunehmende Ausstellungspräsenz unterstreicht die Bedeutung des individuellen Realismus in der ostdeutschen Kunst.