Emanuela Assenza

Emanuela Assenza sucht in der Malerei und Zeichnung die in den Bildmitteln selbst liegenden Kräfte zur Erscheinung zu bringen. Den künstlerischen Ausdruckmöglichkeiten liegen die der Kunst eigenen Werte zugrunde, welche durch die schöpferische Tätigkeit zur Entfaltung kommen. Diese Autonomie der Kunst führt in ihrem Werk zur Emanzipation von äußeren Bildinhalten. Dem ungegenständlichen Bild verleiht sie eine farbliche und atmosphärische Dichte, die der Wirklichkeit standhält. 
Ihre künstlerische Tätigkeit basiert auf dem spirituellen Motiv, die Grenzen der Sinneswahrnehmung zu erweitern und die Möglichkeiten auszuloten, wie das Material, mehr als nur Stoff sein kann. Durch das Wahrnehmen erschließt sich die Erfahrung, dass Kunstwerke über die Faktizität des Sichtbaren hinausgehen, indem sie berühren. Welches sind die Übergänge des tatsächlich Sichtbaren zum Unsichtbaren als reines Erlebnis? Beispielsweise gehört die Zeitqualität als etwas nicht Sichtbares zu den in hohem Maße bildnerisch wirksamen Dimensionen. Ausdruck und Tiefe eines Werks entstehen mittels zeitlicher Bedingungen wie die der Geistesgegenwart, der Dauer des Prozesses oder der Entschleunigung. Insbesondere in ihren Zeichnungen untersucht Emanuela Assenza lineare Bewegungsabläufe im Hinblick auf Zeitqualitäten (vergl. „Hauch“).  
Der Bewegung kommt im Zusammenhang mit dem Phänomen der Zeitlichkeit eine zentrale Bedeutung zu, denn alles, was überhaupt im Bild entsteht, ist von Bewegungsabläufen konstituiert. In den Arbeiten von Emanuela Assenza ist spürbar, dass die Bewegung aus einer Innerlichkeit entspringt, sei es in Form rückhaltloser Hingabe, die ihren Arbeiten Sensibilität verleiht, oder aus der Dringlichkeit ihres Willens zur Kunst, durch die eine Intensität entsteht. Wie die ins Bild gesetzte Bewegung überhaupt wahrgenommen und erlebt werden kann, wo sie doch in den Stillstand übergeht, ist eine von ihr mit Interesse verfolgte Frage. 

Die Art und Weise der Bewegung bewirkt in Korrelation mit differenzierten Zeitmodi je unterschiedliche Anmutungen von Lebendigkeit im Bild sowie die stilistische Ausprägung der Form. Selbst in der klar konturierten, in sich fest gefügten Fläche, bleibt die Bewegung als etwas erhalten, das den Ausdruck einer Form scheinbar immerwährend prägt (vergl. Werkreihe „Form“). Auch die materiale Anmutung einer Fläche hat ihren Ursprung in der Bewegungsart von Strichführungen oder malerischen Gesten. Eine zentrale Bedeutung in der Kunst von Emanuela Assenza kommt der Handhabbarkeit von künstlerischen Haltungen und Intentionen zu. Sie gestaltet und sublimiert den Bildausdruck durch ihre innere Disposition im Verhältnis zum Bild und durch Formen aufmerksamen Beobachtens. Weil das Werk durch die Art und Weise seiner Entstehung in jeder Hinsicht geprägt wird, ist die Handhabung von Blickweisen und qualitativ unterschiedlichen Handlungsformen eine Technik künstlerischen Könnens, das ein Spektrum schöpferischer Wirksamkeit öffnet. In der Fähigkeit, künstlerische Haltungen - insbesondere gemäß der Eindrücke am Bild - zu formen, liegt für Emanuela Assenza ein geistiger Aspekt der Kunst, der die Kultivierung einer Empfindsamkeit und Empfänglichkeit zum Ziel hat.

Zeichnungen:
Kugelschreiber, Japantusche, Antiktusche, Federzeichnung, Graphit, Ölpastell, Fineliner, Collage, Drucktechniken

Bilder:
Farbpigmente in Verbindung mit verschiedenen Bindemitteln und Leimen (Acryl, Kasein, Gummi Arabicum, Ei-Tempera), sowie Ölpastelle, Sand, Salz, Asche, Glanzlack u.a., überwiegend auf Papier

„In der Farbe und Form liegt mehr als ich bin.“
Emanuela Assenza


Vita Emanuela Assenza


Werke